Da ist was „schau“ im Staate Dänemark: Kopenhagen

Kopenhagen – in dieser Stadt war ich bereits viermal gewesen, hatte jedoch alles nur im Sauseschritt innerhalb von zwei Stunden und vorwiegend aus der Innenperspektive aus dem Bus heraus gesehen. Das war im Rahmen meiner Rentnerreisetour zum Nordkap. Dieser Zustand musste geändert werden und so beschloss ich zusammen mit Katja die Stadt über Ostern etwas ausführlicher kennenzulernen. Das erste womit wir Bekanntschaft machten, waren die unglaublich hohen Preise – so gaben wir allein am ersten Tag schon etwa 100 € nur für Lebensmittel und ein Zehnerticket für den öffentlichen Nahverkehr aus :-S Naja, dafür hatten die Lebensmittel hier echt eine hohe Qualität und das Buffet, das wir uns zum ersten Mittagessen gönnten (Buffets sind recht typisch für ganz Skandinavien), war richtig gut, v. a. der frische Salat und das andere Gemüse.

Die Stadt kann man sehr gut zu Fuß erkunden; nur am letzten Tag gönnten wir uns Fahrräder, das Hauptfortbewegungsmittel der Dänen. So gibt es in Kopenhagen Fahrradwege, die genauso breit wie Straßen sind, wodurch es sich sehr angenehm radeln lässt. Im Zentrum klapperten wir alle Highlights ab: die bunte Häuserfassade des Nyhaven (darin viele sauteure Touristenkneipen), die kleine Meerjungfrau, die man vor lauter Touristen kaum sieht, das an Amsterdam erinnernde Christianshaven und nicht zuletzt die Kommune Christiania, wo es strengstens verboten war, Fotos zu schießen und rumzurennen (kein Witz!). Wir waren dort mit Kiki und Stefan, die ich noch aus Rabat (Marokko) kannte, und die uns so einige sonderbare Geschichten über diese Hippiekommune erzählten. Auf dem Kommunengelände waren überall kleine Galerien, Ateliers,Werkstätten, kreativ aussehende Leute und Fressbuden für die Touristen zu finden. Beim Kebabessen lag die ganze Zeit ein süßlicher Geruch in der Luft… Den Tag hatten wir übrigens bei herrlichem Sonnenschein mit einer sehr lohnenswerten Kanaltour begonnen und dabei die Stadt von der Seeseite aus gesehen. Neben den ganzen bisher genannten Sehenswürdigkeiten hat Kopenhagen unglaublich viele schöne Parks und Schlösser und zahlreiche Museen zu bieten. Wir besichtigten Sonntag die Gemäldegalerie „Glyptotek“, da an diesem Tag stets freier Eintritt ist.

Was einem in Kopenhagen des Weiteren auffällt, sind die vielen „Hunde-Nettos“ (gelbes Logo mit schwarzem Scottish Terrier drauf) und so kann ich an dieser Stelle endlich einmal ein Geheimnis aufdecken: Die schwarz-gelben Hunde-Nettos haben außer dem Namen nichts mit den rot-gelben Nettos zu tun, die man in Deutschland viel häufiger als die Hunde-Nettos findet. Die Hunde-Nettos gehören der Dansk Supermarked A/S, in Deutschland vertreten durch die NETTO Supermarkt GmbH an, sind also tatsächlich eine dänische Supermarktkette. Die gelb-roten Nettos hingegen gehören zur Netto Marken-Discount AG & Co. KG und sind eine deutsche Supermarktkette. Wieder was gelernt!

Am vorletzten Tag trafen wir noch Viktoria, die ich ebenfalls noch aus Marokko kannte, und wir machten eine kleine Tour im Szeneviertel Nørrebro. Den letzten Tag kurz vor dem Abflug verbrachten wir am Amager Strand, einem Stadtstrand auf dem Weg zum Flughafen, der aber durch die Industriekulisse im Hintergrund recht hässlich ist. Aber wir hatten erneut Glück: Die Sonne schien den ganzen Vormittag und so konnten wir ein kleines Strandfrühstück abhalten bevor es zurück ins regnerische Berlin ging.

Katzensprung von Dänemark nach Schweden – die Öresundbrücke macht’s möglich

Von Kopenhagen kann man mit dem Zug in einer Stunde nach Malmö in Schweden gelangen. Möglich macht’s die Öresundbrücke und das damit verbundene sehr praktische Öresundticket. So machten wir quasi zum Kaffeeklatsch einen Abstecher in die drittgrößte Stadt Schwedens und genossen (mal wieder) bei strahlendem Sonnenschein im Parkcafé leckeren Beerenkuchen mit Streuseln und Vanillesauce. Mmh! Danach liefen wir bis zur Küstenpromenade, die sich durch ihre interessante und ausgefallenene Architektur perfekt in die skandinavische Bauwelt einpasst. Das Wahrzeichen Malmös: der Turning Torso, ein gewundener, weißer Turm, der von dem spanischen Architekten Santiago Calatrava erbaut worden ist und als das höchste Gebäude Skandinaviens gilt.

Auch den folgenden Tag nutzten wir, um einen weiteren Abstecher nach Schweden zu machen. Wir besichtigten zunächst das sehr lohnenswerte Museum für moderne Kunst „Louisiana“ im nördlich von Kopenhagen gelegenen Hummlebaek. Das Gebäude ist perfekt in die Hügellandschaft direkt am Meer angepasst und hat einen tollen Skulpturenpark zur Meerseite hin. Die Ausstellungen waren super und so verbrachten wir die Zeit bis zum zeitigen Nachmittag darin. Schließlich fuhren wir weiter nach Helsingør, wo das berühmte „Hamlet-Schloss“, Schloss Kronborg, steht und von dort aus mit der Fähre rüber nach Helsingborg in Schweden, wo wir den Sonnenuntergang von der Stadtanhöhe genießen konnten. 

In Schweden waren übrigens viele Geschäfte und Straßen mit den sogenannten Påskris verziert, Reisigzweige mit Osterfedern dran. Ein herrlicher Farbtupfer!

Alle Jahre wieder: Nordkaptour 2013

Mit einiger Verspätung gibt es an dieser Stelle wieder ein paar Eindrücke aus dem Hohen Norden. Auch dieses Jahr war ich wieder als Tourguide mit einer sehr netten und pflegeleichten Truppe unterwegs.

Die diesjährigen „Highlights“:

– Nordkap im Sonnennebel, ein herrliches Spiel aus Licht, Wolken und Felsen

– Filzaktion des norwegischen Zolls: Die Busfahrer mussten fast ihren kompletten Alkohol „für die Jubiläumsfeier des norwegischen Zolls spenden“ und waren in diesem Zuge gleich noch etwa 3000 € los…

– jeden Abend eine Runde versaute Witze, die ein Fahrgast zum Besten gab (ich war tatsächlich etwas, nun ja, schockiert, was da so alles unter der Oberfläche schlummert ;-))

– Elche an der Straße (nein, keine Holzfiguren oder Straßenschilder!) und (mal wieder) Rentiere im Tunnel

P.S.: Besonderer Dank an meinen Gast Herrn Herold, von dem die beiden Fotos hier stammen, auf denen auch ich mal im Dienst zu sehen bin!

Intermezzo im Hohen Norden: Nordkaptour, Klappe die Dritte

Bevor es an dieser Stelle wieder mit Marokkoberichten und -fotos weitergeht, habe ich noch die schönsten Fotos von meiner diesjährigen Nordkaptour zusammengestellt, für dich ich nun das dritte Mal als Reisebegleiterin in den Hohen Norden aufgebrochen war. Die Tour verlief recht entspannt, bis auf die üblichen Ausraster („Warum wird der Kaffee nicht sofort aufgefüllt?“, „Warum müssen wir immer so hetzen?“) waren die Gäste sehr nett und nach einer anfänglichen Auftauphase auch recht herzlich („Naja, die kommen halt aus dem Norden.“ – O-Ton mein Busfahrer Heinz). Und mit den beiden Busfahrern Heinz und Günter habe ich mich super verstanden und die kannten sich „da oben“ auch sehr gut aus. Es war faszinierend zu sehen, wie anders die Landschaft im Vergleich zu meinen Reisezeiträumen im Juli und August/September in den Jahren zuvor aussah. Wir fuhren teilweise an geschlossenen Schneedecken vorbei und auch die Berge waren viel schneebedeckter als später im Jahr. Und das große Highlight: Strahlender Sonnenschein am Nordkap, was in etwas einem Sechser im Lotto gleichkommt! So sieht also die Straße aus, die man dahin hochfährt, dachte ich nur, nachdem man in den Jahren zuvor vor lauter Nebel kaum die Hand hatte vor Augen sehen können. Das zweite große Highlight waren ungelogen drei wildlebende Elche, die wir an der Straße sahen – da war wieder Stimmung im Bus! Die Lofoten waren wie immer mit ihrem Farbenspiel an Booten und Häusern beeindruckend und gerade war auch Stockfischsaison, d. h. die getrockneten Fischlaiber hingen überall auf den Gestellen am Straßenrand. Die Reise hat sich wieder einmal sehr gelohnt, auch wenn ich danach erst einmal ordentlich Schlafmangel ausgleichen musste und noch einen Tag auf Fehmarn entspannte.

Erste Eindruecke aus Finnland – Tampere

Da mich mein schlechtes Gewissen umtreibt und ich gerade die Gelegenheit habe ins Internet zu gehen, aktualisiere ich meinen Blog doch schon schneller als gedacht. Nur, dass ich den Frankreichreisebericht erst einmal auslasse und gleich zu meinen ersten Finnlanderlebnissen uebergehe.

Letzten Montag traf ich also im „Land der tausend Seen“ ein, genauer gesagt in Tampere. Ueberall sieht man Fabriktuerme und rote Backsteinfabrikhäuser. Die industrielle Vergangenheit (z. B. Textil- und Schuhindustrie) lässt sich also nicht verleugnen und Tampere wird daher auch als das „finnische Detroit“ bezeichnet, wie mir meine beiden Gastgeber, Kati (Finnin) und Slava (Russe) erzählten. Am ersten Tag nahmen sie mich zusammen mit einem anderen Couchsurfer, Maurizio (Italiener), mit auf einen kleinen Stadtrundgang. Maurizio war ständig auf der Suche nach einem echten italienischen Espresso, den er natuerlich nirgendwo finden konnte 😉 Am Nachmittag sah ich mir Tampere aus der Luft an, indem ich auf einen Aussichtsturm (uebrigens mit sich drehender Kuppel wie der Berliner Fernsehturm) im Vergnuegungspark Tamperes stieg. Wow, fast die ganze Stadt ist von zwei Seen umgeben. Eine herrliche Lage!

Am zweiten Tag besichtigte ich das Medienmuseum von Tampere (ich will ja auch mal wieder was fuer mein Studium in Deutschland tun ;-)) in einem riesigen Fabrikkomplex gelegen, der schon als eine Stadt in der Stadt bezeichnet wird, da es dort zahlreiche Museen, ein Kino, Kneipen, Agenturen und sogar eine Kirche gibt. Nachmittags dann zusammen mit Kati und Slava die zweite Museumsrunde im Leninmuseum. Ja, Lenin war es naemlich, der 1917 den finnischen Unabhängigkeitsvertrag unterzeichnete. Reisen bildet!

Den letzten Tag in Tampere verbrachte ich einfach damit durch die Stadt zu bummeln und mich immer wieder an der finnischen Sprache zu erfreuen, die ellenlange Wortschlangen hervorbringt und gerne Vokale und Konsonanten anhäuft. (siehe Beispiele bei den Fotos) An sich klingt die Sprache meiner Meinung nach eher bedächtig und die Finnen sprechen mit vielen Pausen.
Auf der Strasse sieht man ausserdem extrem viele blonde Leute (na so was) und ziemlich viele „Grufties“ und Heavy Metal-Leute. Tampere soll fuer die letztgenannten beiden Stilgruppen in Finnland sogar die wichtigste Stadt sein.

Lange nichts mehr von mir gehört…

Ja, ich gebe es ja zu: Den letzten Monat war mein Blog ziemlich verweist und das wird sich wohl auch in den nächsten drei Wochen nicht ändern, denn am Montag breche ich schon zu meiner Reise nach Finnland auf. Seit gestern bin ich wieder für ein kurzes Intermezzo in Deutschland eingetroffen, habe aber für die nächsten beiden Tage noch viel zu tun. Morgen darf ich offiziell die Festtagsfotografin auf einer Hochzeit einer Freundin spielen und Sonntag geht’s schon wieder ans Koffer packen für Finnland.

Also Geduld meine lieben Blogleser! Abwarten und Tee trinken, wie man ja so schön sagt. Denn es erwarten euch spannende Geschichten von meiner Reise in Südfrankreich und schöne Fotos! Bis bald 🙂